Warum die Einbrenntemperatur bei Cerakote entscheidend ist
Bei einer Beschichtung denkt man zunächst an Farbe, Schichtdicke oder Oberflächenfinish. Ein entscheidender Faktor liegt jedoch dort, wo man ihn später nicht mehr sieht: im Aushärtungsprozess.
Bei thermisch härtenden Cerakote-Systemen sind Temperatur und Haltezeit entscheidend dafür, dass die Beschichtung ihre vorgesehenen Eigenschaften erreicht.
Denn die Aushärtung beeinflusst unter anderem:
- Haftung
- Chemikalienbeständigkeit
- Abriebfestigkeit
- mechanische Stabilität
- Korrosionsbeständigkeit
- Temperaturbeständigkeit
Und dabei gibt es nicht die eine „Cerakote-Einbrenntemperatur“.
Die verschiedenen Serien haben unterschiedliche Aushärtungsanforderungen. Während beispielsweise die H-Serie thermisch ausgehärtet wird, ist die C-Serie lufttrocknend und damit auch für temperaturempfindliche Bauteile interessant.
Hinzu kommt das Substrat.
Aluminium, Stahl, Titan oder andere Werkstoffe reagieren unterschiedlich auf Temperatur.
Bei komplexen Bauteilen müssen deshalb nicht nur die Ofentemperatur, sondern auch
Bauteilmasse, Geometrie und tatsächliche Bauteiltemperatur berücksichtigt werden.
Zu wenig Temperatur oder eine zu kurze Haltezeit kann zu einer unvollständigen Aushärtung führen.
Zu hohe Temperaturen können je nach Bauteil und Material wiederum unerwünschte Veränderungen verursachen.
Genau deshalb gehört ein kontrollierter und reproduzierbarer Aushärtungsprozess genauso zur Beschichtungsqualität wie die Vorbereitung des Bauteils und die Applikation selbst.
Gerade bei technischen Anwendungen ist das entscheidend:
Die Qualität einer Beschichtung entsteht nicht erst an der fertigen Oberfläche – sie entsteht während des gesamten Prozesses.